"Spiel des Jahres 2006", "Kinderspiel des Jahres 2006", ein Kommentar der Jury

Die Preisträger „Spiel des Jahres 2006" sind gekürt

Berlin, 17. Juli 2006. Das im Hans im Glück-Verlag erschienene Brettspiel „Thurn und Taxis“ von Karen und Andreas Seyfarth ist „Spiel des Jahres 2006“. Der begehrte Kritikerpreis wird dieses Jahr zum 28. Mal verliehen. „Kinderspiel des Jahres 2006“ ist „Der schwarze Pirat“ von Guido Hoffmann aus dem Verlag Haba, ein traumhaftes Spiel in einer malerischen Insellandschaft, bei dem ein frischer Wind bläst.

 Spiel des Jahres 2006

 "´Thurn und Taxis´ vermag von der ersten Spielminute an zu fesseln. Die Aufgabe, eine Kette von Poststationen in Bayern und Umgebung aufzubauen, zieht zwei bis vier Spieler eine Stunde lang in ihren Bann. Die Spannung, ob man die benötigten Streckenkarten erhält und ob die geplante Postkutschenverbindung rechtzeitig steht, ist enorm. Dazu ist ,Thurn und Taxis´ redaktionell wie grafisch herausragend gestaltet“, hieß es in der Begründung der Jury. Zehn Spielekritikerinnen und –kritiker aus Deutschland und der Schweiz hatten in einem enorm vielfältigen Jahrgang die Qual der Wahl.

Erstmals wurde ein Autorenehepaar mit dem bedeutendsten Spielepreis ausgezeichnet. Karen und Andreas Seyfarth leben in der Nähe von München, Andreas konnte bereits 1994 mit seinem Spiel „Manhattan“ den Preis gewinnen. Für den Münchner Kleinverlag Hans im Glück war es nach 1991, 1994, 1996 und 2001 bereits der fünfte Erfolg.

Neben „Thurn und Taxis“ waren vier weitere Spiele für den Preis nominiert. Beim trickreichen Legespiel „Aqua Romana“ (Queen Games) von Martin Schlegel werden Aquädukte im alten Rom errichtet. Allerdings werkeln die Arbeiter nur, wenn ein Baumeister in der Nähe ist. Beim Fantasy-Brettspiel „Blue Moon City“ von Reiner Knizia (Kosmos) bauen die Spieler eine Stadt wieder auf, indem sie Spielkarten äußerst variabel kombinieren. Einen blitzschnellen Einstieg verspricht „Just 4 Fun“ (Kosmos), bei dem Autor Jürgen Grunau das Spielprinzip „Vier in einer Reihe“ gekonnt variiert. Und bei „Seeräuber“ (Queen Games) schickt Autor Stefan Dorra die Spieler auf Kaperfahrt. Nur wer sich eine genügend große Piratenbande zusammen stellt, kann ein Schiff entern.

 Darüber hinaus vergab die Jury bereits im Mai zwei Sonderpreise: „Schatten über Camelot“ (Days of Wonder) von Serge Laget und Bruno Cathala erhielt den Sonderpreis „Fantastisches Spiel", der Sonderpreis „Komplexes Spiel“ ging an „Caylus“ (Ystari) von William Attia.

 Kinderspiel des Jahres 2006

Der Hauptpreis „Kinderspiel des Jahres 2006“, der zum sechsten Mal verliehen wird, geht an das Spiel „Der schwarze Pirat“ von Guido Hoffmann aus dem Verlag Haba.

Ein alter Seefahrertraum: Übers Meer segeln, in der Bucht einer unbekannten exotischen Insel landen und dort Schätze finden. Die tolle Ausstattung des Piratenspiels vermag sogar bei erwachsenen Seeleuten den Rahmen für solche Illusionen zu schaffen, die dann mit Geschicklichkeit, Taktik und einer hilfreichen Portion Würfelglück lebendig werden können. Das Segeln mit Hilfe eines Blasebalgs ist nicht einfach, schafft aber ein ganz besonderes Spielerlebnis.

Neben dem Hauptpreisträger waren vier weitere Titel zum „Kinderspiel des Jahres“ nominiert. Unter den Titeln befinden sich durchweg Spiele, die Kinder und Erwachsene gemeinsam zum Spielen bringen, mit denen Eltern mit Kindern echten Spielspaß haben mit fairen Chancen für groß und klein. Das gilt auch für die gleichzeitig veröffentlichte Empfehlungsliste, die zehn weitere gute Spiele für das Einstiegsspielalter ab vier Jahren aufführt, zusätzlich Akzente im Bereich der Lernspiele setzt und Wert auf Geschicklichkeitsspiele, witzige Merkspiele und kooperative Spiele legt.

Für den Hauptpreis vorgeschlagen war „Los Mampfos“ (Zoch Verlag) von Maja und Rüdiger Dorn. Originelle Holzfiguren und ein freimütig aufgegriffenes Thema um Hafer futternde Esel führen in dem Konzentrationsspiel zu einem ungewöhnlichen Spielspaß. Viel Taktik und etwas Glück sind mit im Spiel, wenn bunte Holzpferde und Reiter das Rennen um den „Giro Galoppo“ (Selecta) antreten. Spannende Spielrunden sind in dem Spiel von Jürgen Grunau  garantiert und machen aus dem Pferderennen ein ideales Spiel für die ganze Familie. Sehr gute Chancen besaß auch „Nacht der Magier“ (Verlag Drei Magier). Bei diesem Spiel im Dunkeln sind Fingerspitzengefühl und gutes Gehör gefragt, am Tag können sich spannende taktische Manöver ergeben. „Nacht der Magier“ von Jens-Peters Schliemann und Kirsten  Becker ist eine außergewöhnliche Spielinnovation, deren Faszination sich kein Kind entziehen kann. Mit „Piratissimo“ ist der Verlag Selecta gleich ein zweites Mal vertreten. Manfred Ludwigs Schatzsammelspiel macht mit Varianten für Ältere und seinem schönen Spielmaterial auch Eltern großen Spaß!