"Spiel des Jahres 2005", "Kinderspiel des Jahres", ein Kommentar der Jury

Die Preisträger „Spiel des Jahres 2005"  sind gekürt

Berlin, 27. Juni - Die Entscheidungen sind gefallen: Das abenteuerliche Bootsrennen „Niagara“ von Thomas Liesching aus dem Zoch-Verlag ist zum „Spiel des Jahres 2005“ gewählt worden. „Kinderspiel des Jahres 2005“ ist  „Das kleine Gespenst“ von Kai Haferkamp aus dem Verlag Kosmos, eine bewegte Geisterstunde, die in Erinnerung bleibt. Mit dem jetzt fünften „Kinderspiel des Jahres“ feiert dieser Preis sein erstes kleines Jubiläum. 

Spannung war angesagt, als in Anwesenheit von Journalisten und Branchenvertretern und zum ersten Mal hochaktuell im Live-Ticker der Jury-Homepage die diesjährigen Entscheidungen für die Kritikerpreise „Spiel des Jahres“ und „Kinderspiel des Jahres“ in Berlin bekannt gegeben wurden. Den Hauptpreis „Spiel des Jahres“ konnte Thomas Liesching mit „Niagara“, seinem ersten Spiel überhaupt, erringen. Für den Münchner Zoch-Verlag ist es nach 2002 („Villa Paletti“) bereits die zweite Auszeichnung.

In „Niagara“ liefern sich 3 – 5 Spieler mit ihren Booten ein heißes Wettrennen um die wertvollsten Diamanten. Die liegen am Ufer und lassen sich recht einfach einsammeln. Nur hat man sie damit noch lange nicht sicher. Denn zum einen gibt es eine rasante Strömung, die die Boote dem Wasserfall zutreibt; zum anderen muß man die Mitspieler fürchten, die einem kurz vorm rettenden Strand die Klunker stehlen wollen. Nur wer seine Zugkarten möglichst raffiniert einsetzt, wird als Besitzer der fettesten Beute zum Sieger erklärt. „Niagara“ besticht nicht nur durch den bis zuletzt spannenden Spielverlauf, sondern vor allem durch seine überragende Materialqualität. Selten ist ein Thema so realitätsnah und sinnlich zugleich in ein Spiel umgesetzt worden.

Auch die übrigen vier Titel, die zusammen mit „Niagara“ nominiert waren, haben das Zeug, als Botschafter für das gute Spiel zu wirken. Es sind dies „Himalaya“ von Régis Bonnessée (Tilsit Editions), „In 80 Tagen um die Welt“ von Michael Rieneck (Kosmos), „Jambo“ von Rüdiger  Dorn (Kosmos) und „Verflixxt!“ von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling (Ravensburger). Damit präsentiert sich 2005 als ausgesprochen abenteuerlicher Jahrgang.

Der zweite Hauptpreis „Kinderspiel des Jahres 2005“ geht an das bei Kosmos erschienene Spiel „Das kleine Gespenst“ von Kai Haferkamp. Die Bilderwelt aus Otfried Preußlers vielfach gelesenem und gehörtem gleichnamigem Kinderbuch  setzt sich in dem ausgezeichneten Spiel fort. Die Geisterstunde bestimmt atmosphärisch dicht den Spielrhythmus. Der Aufforderungscharakter durch das kleine Gespenst und seinen  magnetischen Türöffner ist groß. Die Gedächtnisleistung fordert junge Spieler, lässt ihnen aber auch Siegchancen gegen mitspielende Erwachsene. Aber nicht nur auf den klugen Kopf kommt es an: Ein ruhiges Händchen ist nötig, wenn im Rittersaal die Kanonenkugeln rumpeln. Autor und Verlag ist es gelungen, einen Kinderbuchklassiker spielerisch kongenial umzusetzen.

Neben dem Hauptpreisträger waren vier weitere Titel zum „Kinderspiel des Jahres“ nominiert. In „Daddy Cool“ (Huch) von Heinz Meister übernimmt einmal ein Papa die Hauptrolle in einem wagemutigen Brettspiel. Ein märchenhaft schönes Spiel ist „Mago Magino“ (Selecta) von Reiner Knizia. „Schildi Schildkröte“ (Haba) von Ronald Hofstätter bietet eine ganze Spielesammlung mit rollenden Schildkröten. Um diese gepanzerten Tiere geht es auch in Reiner Knizias „Schildkrötenrennen“ (Winning Moves).

Beide Preise, „Spiel des Jahres“ und „Kinderspiel des Jahres“, werden durch eine Empfehlungsliste ergänzt, in der Spielinteressierte jeglichen Alters viele gute Spielanregungen finden können. Nähere Informationen zu all diesen Spielen liefert eine Broschüre, die im September erscheinen wird. Wer nicht solange warten möchte, kann sie schon heute unserer Homepage entnehmen.